KillerspieleEigentlich hatte ich mich dazu entschlossen keine News über den Amoklauf von Emsdetten und die Folgen zu schreiben. Doch was mittlerweile durch Presse und Politik propagiert wird entspricht nicht mehr der Realität und ist vielmehr die Suche nach einem Sündenbock. Kein Mensch wird durch das alleinige spielen von „Killerspielen“ zum Amokläufer. Vielmehr ist es das soziale Umfeld und die Erziehung die in diesem Fall, genauso wie vor fünf Jahren in Erfurt, versagt haben. Wenn ein Mensch durch Eltern, Lehrer und Bekannte so stark ins Abseits gestellt wird, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, ist keinesfalls Schuld von Computerspielen, sondern von verfehlter sozialer Integration. Am meisten regt es mich auf, dass absichtlich keine Ursachenforschung betrieben wird und die Schuld alleinig bei den Computerspielen gesucht wird. Darüber hinaus ist es ein Witz, dass Innenminister Günther Beckstein ein komplettes Verbot von Spielen will, „die es den Spielern als Haupt- oder Nebenzweck ermöglichen, eine grausame oder die Menschenwürde verletzende Gewalttätigkeit gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen auszuüben, verbreitet, […] herstellt, bezieht, liefert […], wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft“ – Günther Beckstein Damit würden Computerspieler gleichgestellt mit Vergewaltigern, Kinderschändern und Ladendieben. Computerspiele werden nicht zu Unrecht von der USK für bestimmte Altersgruppen zensiert und dieses System funktioniert. Die EU hat Deutschland sogar eine Vorreiterrolle zugesprochen hat auf dem Sektor der Selbstkontrolle. Sicherlich gibt es Studien die belegen, dass Computerspiele aggressiv machen, jedoch gibt es genau soviele Studien die exakt das Gegenteil beweisen. Der Begriff „Killerspiel“ ist sowieso eine Beleidigung für jeden, der solche Titel spielt. Die offizielle Bezeichnung lautet eigentlich auf „Egoshooter“ oder „Taktikshooter“. Computerspiele wie „Counter-Strike“ sind keinesfalls Killerspiele, sondern Spiele, bei dem es durch Taktik, Teamplay und Kommunikation gilt, das gegnerische Team „auszuspielen“. Das dabei virtuell gemordet wird ist Teil des Spiels. Bilder die in den Medien gezeigt werden, zeigen oftmals nur die Erfüllung eines Zielspiels (Die Detonation einer Bombe) oder wie ein Spieler einem anderen aus nächster Nähe in den Kopf schießt und rotes Blut (in der dt. Version ist das Blut gelb/grün) spritzt. Ich bin wirklich sehr enttäuscht von der Kompetenz der Politiker und kann nur sagen, dass man nicht alles glauben sollte, was durch die Medien geht. Macht Euch lieber selbst ein Bild. Einen guten Kommentar der etwas mehr in die Tiefe geht, findet ihr in den Links. Nachtrag: Kaum hab ich das hier geschrieben, erschien auf heise.de auch ein passender Eintrag

Kommentar – http://derstandard.at/?url=/?id=2673902
heise Eintrag – http://www.heise.de/newsticker/meldung/82084

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